60 Joer Zwangsrekrutéierung a Generalstreik
30. an 31. August 1942

Der Wort Artickel in PDF Format

Besuch in Hinzert der Sektion im Jahr 2000.

Das Ehemalige SS-Sonderlager/Hinzert  1935 - 1945

Überblick zur Geschichte des 
Lagers 


(NS-Zitate sind mit  "..."  markiert)

1938  Erster  Barackenkomplex  auf  vom  Reich  ge- 
pachteten  Parzellen für  Arbeitskräfte der  "Organisa- 
tian Todt" (OT) und des Reichsarbeitsdienstes (RAD): 
"Westwall"  Bau  von  der   niederländischen  bis   zur 
Schweizer  Grenze,  Bauarbeiten  für die ,,Reichsauto- 
bahn-Gesellschaft" (RAG). 

1939  Übernahme  des  Lagers  durch  den  ,,Siche- 
rungsstab XII der  Oberbauleitung  West"  der  OT, 
Wiesbaden. Bestrafung  angeblich "Asozialer", ,,Ar- 
beitsscheuer" und ,,-verweigerer" mit 3 Wochen bru- 
taler  "Erziehung  durch  Arbeit"  statt  Gefängnishaft. 
Einlieferung   politischer   Gegner  und  sog.   "Volks- 
Schädlinge"   als   ,,Polizeihäftlinge"  durch   die   Ge- .
heime  Staatspolizei  (GeStaPo)  für  meistens 8 Wo-
chen Haft. 
- Brand (16.8.39)  und  rascher  Wiederautbau  des 
Häftlingslagers  mit  RAD-Baracken unter Hermann 
Pister  (9.10.39 -14.l.42 Kammandant).  Er ist auch 
zuständig   für  die  ,,Polizeihaftlager"   Frankenthal-
Mörsch,  Homburg- West,   Rheinzabern,  Uthlede, 
Vicht  (bis 1941)  und  das Polizeihaftlager  Hinzert, 
das zeitweise neben dem  SS-Sonderlager  bestand. 
- Beginn   der   gewinnorientierten  Vermietung  der
Häftlinge  an  Behörden, Dienststellen und Betriebe. 

1940  Zwischen  dem  1.4. und  1.740  Übernahme 
des Wach-  und  Funktionspersonals in die Waffen- 
SS (Totenkopf- Verbände).  Nach Beendigung des 
Frankreichfeldzuges  und dem  Überfall auf Belgien, 
Niederlande und Luxemburg Abrüstung des ,,West- 
walls", Abzug der OT-Kräfte z.B. nach  Frankreich 
und Ersatz durch SS-Personal.

1941  Erste Einlieferung  Luxemburger Widerstands
kämpfer die gegen das Regime des "Chefs der Zivil- 
verwaltung" in Luxemburg, den NSDAP - Gauleiter 
Koblenz-Trier-Birkenfeld (später Moselgau) Gustav 
Simon, und dessen  "Wiedereindeutschung"  Luxem- 
burgs auftreten.
Im Herbst 1941  Ermordung  von 70  sowjetischen 
Kriegsgefangenen als angebliche  Politkommissare" 
auf Grund eines Geheimbefehls Hitlers. 
 

1942   Nach  der Versetzung  Pisters als  Komman-
dant  des  KZ Buchenwald  zum 19.1.42 vertritt ihn
der  "Erste Schutzhaftlagerführer" des KZs  Dachau,
Egon Zill. Himmler unterstellt bei einer Konferenz in
Hitlers   "Führerhauptquartier  Wolfsschanze"  (Ost-
preußen) das "SS-Sonderlager  Hinzert" am 7.2.42
dem   Wirtschafts-   und   Verwaltungshauptamt
(WVHA) der SS. Zill übernimmt das KZ Natzweiler
(Elsaß) und  übergibt am 23.4.42  "vertretungsweise"
das Lager Hinzert  an  Paul Sporrenberg  (Kamman-
dant bis 17.1.45), der vorher Führer des Außenlagers
Wittlich war. Im  September  1942  Massenexekutio-
nen  von  Luxemburger   Widerstandskämpfern.  Das
"Vernehmungskommando"   der   GeStaPa   wendete
immer   brutalere   Vernehmungsmethoden   an.   Die
Sterblichkeit   steigt   durch   eskalierende   Brutalität
und Hungerfolter.  Der Häftlings-, "Abschub"  in  an-
dere  KZs  (z.B. Buchenwald, Mauthausen) wird die
Regel.

1943  Die  Zwangsarbeit  steigert  sich  zur "Vernich-
tung   durch  Arbeit". -  Wegen  zeitweise   völliger
Überbelegung  des  Häftlingslagers  steigt die Todes
rate durch Seuchen.  Sadistische  Morde an Häftlin-
gen sind  unter  Sporrenberg  fast alltäglich,  an  de-
nen sich  SS-"Erzieher"  und  besonders  der "Ober
kapo" beteiligen. Auch Häftlinge, die Arzt von Beruf
waren, konnten (1942/43) wegen des brutalen  und
korrupten Leiters des Kranken- "Reviers", eines ge-
lernten Maurers, und wegen des Versagens des Ver
tragsarztes  der  SS  kaum  medizinische Hilfe leisten.
1944 Im Februar 1944  Massenerschießung  luxem-
burgischer  Widerstandskämpfer  -  Wegen   schnel-
ler  Annäherung  der US-Streitkräfte  wird  eilig  die
Wiederaufrüstung des ,,Westwalls"  durch  Häftlinge
im Herbst 1944 versucht. Dann Verlegung  der mei-
sten Häftlinge  in die  vielen  Außenlager  rechts  des
Rheins zur  Sklavenarbeit  für  Staat,  Partei,  Wehr-
macht (insbes. Luftwaffe) und Industrie.

1945  19.1.45 Unterstellung  dein Hinzerter Lagers
als Außenlager  unter  das KZ Buchenwald, 3.3.45
Auflösung und "Evakuierungs"-  Marsch  der  restli-
chen Häftlinge nach Oberhessen,  dort  ihre  Befrei-
ung durch US-Truppen.
Nachdem der ,,Westwall" von den  alliierten  Trup-
pen durchbrochen war, stießen US-Truppen am völ-
lig geräumten Lager vorbei zum Rhein vor.

Aus des 2. Auflage, Mainz 1998-
Das Ehemalige SS-Sonderlager/Hinzert  1935 - 1945
Reinland Pfalz   Landeszentrale für Politische Bildung

 

Home