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Strassenbauprojekte im Süden und Südwesten, Hirngespinste der Nimbys ?

Nachdem wir am 8. Mai 2002 den Informationsabend der CSV-Lokalsektion Küntzig besucht haben, sehen wir alle von uns zusammengetragenen Informationen bestätigt.

Weder Frau Erna Hennicot-Schoepges, in ihrer Eigenschaft als Ministerin für Öffentliche Bauten, noch der für Landesplanung zuständige Minister Michel Wolter deuteten in irgendeiner Weise an, dass das Verbindungsstück Biff-Sélange nicht gebaut würde. Sollte die Informationsversammlung dazu gedacht gewesen sein, die Bevölkerung aus Küntzig zu beruhigen, so ist das wohl gründlich daneben gegangen.

Beide CSV-Spitzenpolitiker, besonders Herr Wolter, wurden nicht müde um Argumente (nur Statistiken !) aufzuzählen welche für den geplanten Ausbau des Strassennetzes im Süden und Südwesten des Landes sprechen sollen. Die Verantwortlichen in den betroffenen Ministerien sind der Meinung eine Autobahnverbindung Sélange-Biff sei unumgänglich.

Nach unserer Überzeugung wird der Bau dieser Verbindung nicht ein einziges Verkehrsproblem lösen, sondern nur zusätzliche Probleme schaffen. Davon abgesehen, dass neue Strassen zusätzlichen Verkehr anziehen, besteht auch immer die Gefahr, dass durch den Ausbau des Strassennetzes, bestehende Industriezonen vergrößert werden, respektiv dass neue geschaffen werden sollen. Dazu kommt die Zersiedelung der Landschaft, die Zerstörung von Naherholungsgebieten und der damit verbundene Verlust von Lebensqualität. Aber auf all dies einzugehen würde wohl hier den Rahmen sprengen.

Der Bau des Teilstücks Biff-Sélange wird zur Folge haben, dass die Collectrice du Sud von Bascharage-Biff bis Hellingen in eine Transitautobahn verwandelt wird, im Osten an die Saarautobahn angebunden, im Westen an das belgische Autobahnnetz. Schaut man sich in diese Strecke im Zusammenhang mit dem europäischen Fernstrassennetz an, wird deutlich wo in Zukunft ein Großteil des Transitverkehrs rollen soll. Das wiederum erklärt wieso der Bypass Ehleringen-Monnerich-Foetz unumgänglich wird und wieso irgendwo eine Tankstelle hin muss, sei es an der Saarautobahn, der Jonction de Sélange oder an der jetzigen Collectrice. Ansonsten läuft man Gefahr, dass der Transitverkehr zum Tanken die Autobahn verlässt.

Auf keinen Fall aber wird diese Autobahn das Problem Berufsverkehr nachhaltig lösen. Im Gegenteil, die Collectrice wird durch den Transitverkehr ihrer eigentlichen Bestimmung, nämlich Entlastung der Ortschaften vom Durchgangsverkehr nicht mehr nachkommen können .

Was die Umgehungsstrasse Bascharage angeht, sind wir weiterhin der Meinung, dass auch diese Strasse, zusammen mit der Umgehungsstrasse Dippach, nur ein Teil einer neuen Nord-Südverbindung darstellt. Ein Anschluss an die Westtangente der Nordstrasse erscheint uns mehr als wahrscheinlich. Damit gäbe es eine durchgehende Verbindung der ‘Nordstadt’ einerseits mit der ‘Südsstadt’ (man denke nur an die Pläne betreffend Industriebrachen Esch-Belval) und andererseits via Biff mit dem PED.

Sämtliche hier aufgeführten Projekte sind keinesfalls Hirngespinste einiger Bürgerinitiativen, sondern sind im IVL (Integratives Verkehrs- und Landesentwicklungskonzept) aufgelistet. Sie werden aber der betroffenen Bevölkerung nicht im Zusammenhang erläutert. So erzählt man uns lediglich von einem Contournement de Bascharage. Der Bevölkerung von Kehlen und Umgebung wird diese neue Nord-Südverbindung als ‘ländliche Strasse’ verkauft.

Gut informierte Bürger könnten ja unbequeme Fragen stellen.

Wir sind der Meinung, dass es an der Zeit ist Farbe zu bekennen und den Einwohnern aus dem Süden und Südwesten unseres Landes genau zu sagen was in den nächsten Jahren ins Haus steht in Sachen Strassenbau.

Es ist höchste Zeit substanziell in den öffentlichen Transport zu investieren, damit dieser endlich eine echte Alternative zum Auto darstellt. Viele Benutzer ( und mögliche Benutzer ) des öffentlichen Transports warten sehnlichst auf Verbesserungen (Neuanschaffungen CFL, Ausbau/Umbau des Hauptbahnhofs Luxemburg, Anbindung Kirchberg, BTB, en Tram fir de Süden und und und).

Dass die Luxemburger fähig sind ihre Angewohnheiten zu ändern, wenn man sie über die Notwendigkeit aufklärt und ihnen die nötigen Alternativen zur Verfügung stellt, haben sie z.B. in Sachen Müll schon bewiesen. Hat man bis 1997 eine 240-Liter Mülltonne noch als normal in unserer Gemeinde angesehen sind heute 80 oder 120 Liter Standard, welche auch noch von den meisten Einwohnern nicht mal jede Woche zur Leerung hinausgesetzt werden.

Falls die Regierung den BürgerInnen einen öffentlichen Transport anbietet der diesen Namen verdient, wird sie sicherlich auf Akzeptanz stoßen, und falls danach punktuelle Verbesserungen des Strassennetzes nötig sein sollten, kann wohl niemand sich dem verschließen, vorausgesetzt es wird mit offenen Karten gespielt.

Vernünftiges wirtschaftliches Wachstum und der Erhalt der Lebensqualität müssen sich nicht gegenseitig ausschließen.

Es ist Zeit was Neues zu denken!

BIGS BiergerInitiativ Gemeng Suessem

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