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Umgehungstrassen (Teil 1)

Ich habe mir in letzter Zeit einige Gedanken zum Thema Umgehungsstrassen gemacht, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte, da ich sie als sehr wichtig ansehe.

Was bringt eigentlich eine Umgehungsstrab e?

In einer ersten Phase wird beschlossen eine Umgehungsstrasse zu bauen, weil die Lebensqualität in einer Ortschaft als sehr schlecht bezeichnet wird, weil eben viel zu viele Lkws und Autos durch diese hindurch fahren. Dabei sei aber zu bemerken, dab die Lebensqualität als Vorwand benutzt wird, da es in erster Linie nur darum geht, den Verkehr wieder zügiger zu gestalten.

Diese Umgehungstrasse wird dann gebaut. Sie durchschneidet wichtige Naherholungsgebiete der Einwohner. Der Verkehr verlagert sich dann auf die Umgehungsstrasse, andere Einwohner, die in der Nähe wohnen werden Lärm und Gestank zu ertragen haben. Ich wage es zu bezweifeln, dass dies eine adäquate Lösung des Problems ist, weil man das eigentliche Problem nicht gelöst, sondern nur verlagert hat.

Spätestens jetzt wird es wieder problematischer, da es jetzt Autofahrer gibt, die merken, dass die Strasse durch die Ortschaft wieder ohne Staus zu befahren ist. Der Verkehr, aber auch der Lärm und der Gestank, teilen sich auf. Bis jetzt haben wir überhaupt nichts an Lebensqualität gewonnen, sondern nur verloren.

Mittlerweile kennt jeder die Umgehungsstrasse und befährt sie, so dass es hier staut. Es wird wieder massiver durch die Ortschaft gefahren. Bis jetzt haben wir viel Geld beim Bau der Umgehungsstrasse ausgegeben, das wir anderwertig (öffentlicher Transport) viel sinnvoller hätten einsetzen können.

Was sind die Gefahren?

Wir riskieren, dass sich jetzt neue „zone artisannale et commerciale", „zone industrielle" sowie Wohnsiedlungen hier bilden. Dies alles zieht wieder neuen Verkehr an, der vorher nicht vorhanden war!

Würden wir das Spielchen fortsetzen, dann müssten wir wieder eine neue Umgehungsstrasse bauen um die Umgehungsstrasse zu entlasten, weil ja auch hier wieder Einwohner angesiedelt sind, die schliesslich ja ihre Lebensqualität genau so verdient haben wie die Anderen. Man mub zugeben, dass das Problem in diesem Fall zu keinem Zeitpunkt gelöst wurde. Das Ganze hat in eine Sackgasse geführt.

Dass das Ganze nicht mit den Haaren herbeigezogen ist, kann ich Ihnen mit einem Beispiel näher erläutern.

Esch/Alzette: rue G.-D. Charlotte; vor Jahren als Umgehungsstrasse gebaut; rechts und links wurden viele Häuser und Appartements gebaut.

Dadurch: Neue Umgehungsstrasse Verlängerung der Autobahn Luxemburg/Esch zum „rond point Raemerich". Rechts und links Ansiedlung von Klein- und Mittelbetrieben, Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. Die Einwohner der „Cité Verte" und der „Cité Raemerich" haben dadurch bestimmt nicht nur Vorteile erhalten.

Dann: Neue Umgehungsstrasse wird die Strasse zu den Industriebrachen werden. Wenn auch die wieder zu viel befahren wird, kann man ja evt. noch eine Umgehungsstrasse in der Gemeinde Sassenheim planen. Da wir, wenn es in diesem Rhythmus weitergeht, zu diesem Zeitpunkt in unserer Gemeinde sowieso keine Naherholungsgebiete mehr haben werden. Wir können jedoch all diese Strassen benutzen um mit unserem Pkw ins Ösling zu fahren, wo man in einem unberührten Erholungsgebiet relaxen kann, das Ganze verbunden mit einem beträchtlichen Ausstob an CO2 Emissionen.

Myriam Cecchetti

Präsidentin der Biergerinitiativ Gemeng Suessem

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