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Straßenbau: Vollendete Tatsachen im Südwesten?

Der "Mouvement écologique" und Bürgerinitiativen von Kehlen, Küntzig , Monnerich und Sanem werfen der Regierung vor, den Bürgern im Südwesten des Landes eine Reihe von Straßenbauvorhaben zu verheimlichen.

Letzte Aktualisierung: 14-05-2002 16:29

Foto Pressekonferenz
Die Verantwortlichen der Bürgerinitiativen stellten ihre Beanstandungen zur Verkehrspolitik der Regierung während einer Pressekonferenz am Dienstag vor
Foto: jm

 

(jm) - Ist die Verbindungsstraße zwischen der "Collectrice du Sud" und der A4 Richtung Arlon eine Erfindung der Umweltschutzbewegungen? Welchen Sinn machen die geplanten Umgehungsstraßen von Bascharage und Dippach? Der "Mouvement écologique" und die Bürgerinitiativen von Kehlen, Küntzig, Monnerich und Sanem werfen der Regierung vor, der Öffentlichkeit Informationen über eine Reihe von Bauvorhaben im Südwesten des Landes vorzuenthalten und die betroffenen Gemeinden vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Ziel der gemeinsamen Plattform sei es, eine Verlagerung der Verkehrsproblematik von einer Gemeinde in die nächste zu verhindern, unterstrich Myriam Cechetti von der Bürgerinitiative der Gemeinde Sanem. Das Verkehrschaos im Südwesten könne lediglich gelöst werden, wenn ein Gesamtkonzept vorliege, das keine Gemeinde benachteilige.

Umgehungsstraßen bringen keine Entlastung

Kaart Autobunnen
Die Straßenbauvorhaben der Regierung im Südwesten

 

Große Hoffnungen setzen die Bürgerinitiativen in das integrierte Verkehrs - und Landesentwicklungskonzept, das die Regierung Ende März vorstellte. Sie wehren sich allerdings gegen die vorgeschlagenen Umgehungsstraßen von Dippach und Bascharage. Wenn dazu noch die Westtangente zwischen der Nordstraße und der A 6 (Richtung Arlon) gebaut wird, sei auch die Verbindung zur "Collectrice du Sud", deren Planung die Regierung bestreitet, nur noch eine Frage der Zeit , befürchtet Francis Hengen vom "Mouvement écologique". Dann werde aus der "Collectrice du Sud" eine internationale Transitautobahn, die den Verkehrsfluss der gesamten Großregion anziehe, von den ortskundigen Autofahrern aber gemieden werde. Sie würden weiterhin durch die Ortschaften fahren, um so über Schleichwege schneller an ihr Ziel zu gelangen.

Autobahn durch Küntzig beschlossene Sache?

Die Bürgerinitiativen gehen davon aus, dass die Verbindung zwischen der "Collectrice du Sud" und der A 6 von der Regierung trotz aller Dementis fest geplant ist . Als Beweis führte Jeannot Müller von der Bürgerinitiative der Gemeinde Küntzig ein Dokument vor, das beim Gipfel der Großregion im November in Bad Mondorf verabschiedet wurde. Das darin enthaltene "Projekt 23" einer vierspurigen Autobahn über Bascharage, Küntzig und dem belgischen Selange sei auch von der luxemburgischen Regierung mitgetragen worden, hob Müller hervor . Berechtigte Zweifel seien angebracht, wenn Bautenministerin Erna Hennicot-Schoepges drei Monate später meine, konkrete Pläne für eine solche Autobahnverbindung seien nicht vorhanden.

Öffentlicher Transport statt Straßenbau

Als Alternative zur "Salamitaktik" der Regierung, mit der die Verkehrsprobleme einer Gemeinde in die nächste verlagert würden, wollen sich die Bürgerinitiativen für ein Verkehrskonzept für die gesamte Region einsetzen. Den Vorrang vor allen Straßenbauvorhaben müsse der öffentliche Transport erhalten , fordert Francis Hengen. Er begrüßt das Projekt "mobilitéit.lu" , das für den Südwesten aber weiter gehen müsse als vom Transportministerium vorgeschlagen. Eine Bahn-Tram-Linie quer durch den Süden des Landes würde nicht nur den Verkehr durch die Anrainergemeinden entlasten, sondern eine attraktive Alternative für die gesamte Großregion darstellen, hofft Hengen.

 

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